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Kurznotizen

Kaukasuskrieg IX

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten in der Schwarzmeerstadt Sotschi das militärische Vorgehen der Russen im Konflikt mit Georgien als unverhältnismäßig. Medwedjew wies die Vorwürfe zurück und rechtfertgte das militärische Eingreifen der russischen Armee mit dem vorangegangenen Angriff georgischer Truppen auf Südossetien. Diese hatten die südossetische Hauptstadt Tchinwali ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung mit Mehrfachraketenwerfern beschossen und fast vollkommen zerstört. Nach russischen Angaben kamen dabei rund 2000 Menschen zu Tode.

 

Angela Merkel und Dmitri Medwedjew in Sotschi, einem Kurort an der Schwarzmeerküste Quellen: AP und Wikipedia

Medwedjew erklärte, die russische Armee habe ein Friedensmandat und würde bei erneuten Angriffen auf russische Soldaten oder auf südossetische Zivilisten diese zu verteidigen wissen. Im Gegensatz zu Merkel, die auf die Einheit Georgiens  pochte, stellte Medwedjew die bisherigen Staatsgrenzen Georgiens in Frage. Nach dem brutalen Vorgehen der georgischen Truppen gegen die Südosseten, sei ein weiterer Verbleib Südossetiens und Abchasiens im georgischen Staat kaum noch vorstellbar.

Quelle: SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/), Russland Aktuell (http://www.aktuell.ru/), RIA Novosti (http://de.rian.ru/)

Kaukasuskrieg X

Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch fand Beweise dafür, daß die russische Luftwaffe in Georgien, in der Nähe von bewohnten Gebieten Streubomben (Clusterbomben) eingesetzt hat, wobei  11 Zivilisten starben und dutzende  verletzt wurden. Human Rights Watch hatte Zeugen befragt, Explosionskrater untersucht und auf Videoaufnahmen der russischen Luftangriffe auf Gori Mehrfachexplosionen ausgemacht. Außerdem wurden Überreste der Explosivkörper gefunden. Die Eigenart von Streubomben besteht darin, daß sie im Anflug aufplatzen und über ein weites Gebiet ihre vielen etwa faustgroßen Minibomben verstreuen, die entweder direkt explodieren oder erst nach nächster Berührung als Minen (Flächenbombardement). Genau deshalb sind sie völkerrechtlich so umstritten, und ihr Einsatz wird vielfach (ganz zu Recht!!) als Kriegsverbrechen angesehen.Bis heute haben schon 107 Länder  die Verwendung von Streubomben für illegal erklärt.

 

Streubomben (Clusterbomben) Quelle: Wikimedia und http://www.fas.org/man/dod-101/

Streubomben kamen trotzdem immer wieder in Kriegen zum Einsatz, so während des Vietnamkrieges in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Seiten der USA, während der Irakkriege 1991 und 2003 wieder durch die USA, im Jugoslawienkrieg von 1991-1995, im Kosovo durch die NATO (1999), in Afghanistan in den achtziger Jahren des 20.Jahrhunderts durch die damalige Sowjetunion und dann nach dem 11. September 2001 durch die USA im Krieg gegen die Taliban und dann zuletzt im Libanonkrieg zwischen Israel und der fundamentalislamischen Hisbollah (Partei Gottes) durch beide Kriegsparteien. Dabei kamen jeweils Abertausende Zivilisten und Soldaten ums Leben oder trugen schwerste Verletzungen davon.

Quellen:  Human Rights Watch (http://www.hrw.org/), Wikipedia

Jens Christian Heuer

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Kategorien:Notizen, Politik
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