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Kurznotizen

Kaukasuskrieg I

Die russischen Truppen haben Tchinwali zurückerobert. Die Stadt ist beinahe völlig zerstört. Ein großer Teil der Bewohner Tchinwalis und der umgebenden Dörfer ist nach Nordosssetien in Rußland geflohen (30.000), rund 1600 aber beim Dauerbeschuß durch georgische Raketenartillerie oder bei Luftangriffen Truppen ums Leben gekommen. Einige der Einwohner Tchinwalis harrten aber trotzdem aus und  wurden heute erstmals durch einen Konvoi des russischen Katastrophenschutzes mit Hilfsgütern (Trinkwasser, Lebensmittel, Medikamente und ein Feldhospital) versorgt.

 

Zerstörungen in der südossetischen Hauptstadt Tchinwali (links), georgische Raketenartillerie in Südossetien (rechts) Quelle Reuters

Tchinwali kann von Rußland aus nur über eine Pass über den Kaukasus erreicht werden, da es keinen Flughafen gibt. Die Überlebenden berichten von Gräueltaten durch georgisches Militär. Dabei ist die Rede von  Gefangenenerschiessungen und gezielten Tötungen von Zivilisten. Handgranaten sollen in menschengefüllte Luftschuzkeller geworfen worden sein und Menschen bei lebendigen Leibe verbrannt sein, nachdem georgische Soldaten sie in Häuser und Kirchen gesperrt hatten, um dann Feuer zu legen. Immer wieder soll es auch gezieltes Raketenwerferfeuer auf Wohnviertel gegeben haben. Russische Staatsanwälte sammeln inzwischen Beweise für diese Kriegsverbrechen.

Quelle: ARD Tagesschau, Russland Aktuell (http://www.aktuell.ru/), RIA Novosti (http://de.rian.ru/)

Kaukasuskrieg II

Die Europäische Union (EU) hat einen Vermittlungsversuch zwischen Georgien und Rußland gestartet. Eine Delegation unter dem französischen Außenminister Bernard Kouchner, derzeit auch Präsident des EU-Außenministerrates traf mit dem georgischen Präsidenten Saakaschwili zusammen, der sich bei dieser Gelegenheit schriftlich zu einem einseitigen Waffenstillstand bereiterklärte. Trotzdem gingen die Kämpfe in Südossetien unvermindert weiter. Die russischen Truppen stiessen weit auf georgisches Gebiet vor und zerstörten Stellungen der georgischen Streitkräfte. Bei Luftangriffen auf mehrere georgische Städte wurden Militärbasen, Flughäfen und Waffenfabriken zerstört. Aber leider auch viele Zivilisten wurden verletzt oder  getötet, so beispielsweise in Gori.

Im Laufe des Tages sprach Saakaschwili von einem russischen Vorstoß in Richtung der georgischen Hauptstadt Tiflis. Das scheint sich aber nicht zu bestätigen. Vielmehr sieht es so aus, als ob die russischen Truppen eine Pufferzone um Südossetien errichten wollen, um die dortige Bevölkerung vor weiteren Angriffen zu Lande und aus der Luft zu schützen.

Etwas ähnliches scheint sich auch in Abchasien abzuspielen, wo es gestern erstmals zu Kampfhandlungen zwischen russischen und georgischen Truppen kam.

Quellen: SPIEGEL ONLINE http://www.spiegel.de/) , FTD (http://www.ftd.de/) ARD Tagesschau, n-tv Nachrichten, Russland Aktuell (http://www.aktuell.ru/), RIA Novosti (http://de.rian.ru/)

Kaukasuskrieg III

Die amerikanische Regierung hat das militärische Vorgehen Rußlands scharf verurteilt. Präsident Bush bezog sich dabei insbesondere auf die russischen Luftangriffe außerhalb Südossetiens. Vizepräsident Cheney sicherte dem georgischen Präsidenten Saakaschwili die Unterstützung der USA zu. Die russische Aggression dürfe nicht unbeantwortet bleiben. In der seit Tagen andauernden Debatte des UN-Sicherheitsrates über den Kaukasus-Krieg sprach der US-Vertreter heute von einer „Terrorkampagne“ Rußlands, um die demokratisch gewählte Regierung in Georgien zu stürzen.  Der russische UN-Botschafter Tschurkin wies die Vorwürfe zurück.

Meine Sichtweise: Der unvermittelte und brutale Angriff Georgiens auf Südossetien (mit dem der Krieg ja schließlich begann!), bei dem die Hauptstadt Tchinwali ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung bombardiert, mit Raketen beschossen und dabei fast völlig zerstört wurde, wird in den allermeisten westlichen Reaktionen auf den Kaukasus-Krieg bisher leider  kaum thematisiert! Stattdessen nur die einseitige Verurteilung der „russischen Aggression“ der man entgegen treten müsse und Drohungen mit „ernsten Konsequenzen“. Dies gilt nicht nur für die amerikanische Regierung, sondern leider auch für viele Kommentare in den Massenmedien (darunter auch die ansonsten hervorragende Financial Times Deutschland(FTD) mit ihrem Leitartikel Rußland/Georgien Stunde der Wahrheit vom 12.08.2008.Inhalt: Georgien verdient die volle Unterstützung des Westens, da Rußland eindeutig der Aggressor ist. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel soll bei ihrem Rußland-Besuch in diesem Sinne eindeutig Stellung beziehen. Saakaschwili hat allenfalls „strategische Fehler“ begangen (!??) usw. ; nachzulesen hier: http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Leitartikel_Russland_Georgien_Stunde_der_Wahrheit/397904.html).

Quellen: SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/), FTD (http://www.ftd.de/), ARD Tagesschau, Russland Aktuell (http://www.aktuell.ru/), RIA Novosti (http://de.rian.ru/)

Jens Christian Heuer

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Kategorien:Notizen, Politik
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